Reitausflug in die Harburger Berge

“Da fängt Österreich an”

Über sieben Brücken musst du fahrn, Hänger durch die Engstelle ziehn – und schon bist du an der Kärntner Hütte mit Biergarten und so. Klingt verlockend, dachten sich sieben Reiterinnen, vier Begleiterinnen und ein Kurzentschlossener. Die sieben Brücken waren nicht das Problem – obwohl eine über die Elbe führte – sondern die 2,1 Meter schmale Baustellendurchfahrt. Aber alle bugsierten ihren Hänger durch, schnell oder langsam. Dann an der B73 links abbiegen.

„Anspruchsvolle Reitstrecke“ hieß es auf den Farbkopien der Wegbeschreibung, die Antje verteilte – was das heißt? Egal, unterwegs findet sich eh kein Plan mehr. Mit „P2“ soll die Reitstrecke markiert sein. Ist sie aber nicht, höchstens mit blauen oder grünen Punkten. Es wird vermutet, blaue Punkten bedeuten P2. Die Kärntner Hütte liegt übrigens in den Harburger Bergen, also südlich der Elbe – und bekanntlich fängt da Österreich an, wo alles etwas anders ist. Auch wirkten wir vielleicht etwas exotisch: Schaumboy ist als Zebra mit so einem neumodischen Fliegennetz, dass angeblich Insekten beim Landen irritiert, verkleidet; andere Pferde versuchen sich anfangs als Giraffe.
Bergauf im Schatten – das kennen wir von den Hofrunden durch die Marsch nicht. An Kreuzungen – wohin? Immer den Nüstern lang. Der erste Trab. Pferde, für die es alleine problematisch gewesen wäre, machen keine Probleme. Mal vorne, mal hinten: Schwarmorganisation. Der erste Galopp, dass der Wind am Helm pfeift, im Falle von Ilka an dem Sonnenkäppi.Irgendwie kommen wir zur Pause an dem vereinbarten Ort (nicht ganz zu der vereinbarten Zeit) an, wo das Verpflegungsteam schon wartet. Super!

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Am Rückweg führt an einem Abenteuerspielplatz vorbei, der Erinnerungen an die Kindheit weckt. Der erfahrene Flachlandtiroler weiß, dass der Abstieg von bis zu 16% anstrengender ist als der Aufstieg. Vorbei an Almhütten im oberbayrischen Stil, beginnen Vorsichtige wie Stina und ich abzusteigen. An den Wegekreuzungen entspinnen sich Diskussionen, die durch Elins Smartphone-Navigation (sind da auch Reitwege drauf?) zusätzlich befeuert werden. Aber alle sind so entspannt, dass vor allem die Jugend die Beine aus den Steigbügeln nimmt. Auch Perla geht brav am langen Zügel. Es waren ein paar Kilometer mehr als die geplanten zwölf. Und so klingt dieser Ausritt aus, alle sind sich einig: Nächstes Jahr gerne wieder!

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